So

05

Okt

2014

Nürburgring

Der Nürburgring ist wohl einer der bekanntesten Rennstrecken auf der ganzen Welt. Gewisse Spitznamen wie „Die Grüne Hölle“ beweisen sich immer wieder, wenn man als Rennfahrer durch die 20 Kilometerlange Nordschleife fährt. Doch der Ring war nicht immer in der Eifel, denn erst 1927 sollte das erste Rennen über die Strecke sein. Schon 1904 zeigten sich die ersten Interessen an einer Strecke in Deutschland. Kaiser Wilhelm wollte eine Deutsche Rennstrecke, auf der Deutsche Autos die stärke Deutschlands representieren sollten. 1905 begannen die ersten Pläne für eine Strecke, aber auch die Örtlichkeit war auch noch nicht gefunden. 1907 sank das Interesse an Motorsport, sodass die Pläne erst einmal weggelegt werden sollten. Nach dem ersten Weltkrieg erlebte das Automobilinteresse einen gewaltigen Aufschwung in der deutschen Bevölkerung. Die Pläne von 1907 wurden wieder aufgegriffen, als Standort wurde wieder die Eifel ausgewählt. Mit der Auswahl wollte man der wirtschaftsschwachen Region der Eifel einen Aufschwung verschaffen, damals sagte man die Eifel sei„Preußens Sibirien“, da es so verarmt war. Die Planer der neuen Rennstrecke kamen auf die Erkenntnis, dass eine Rennstrecke in der Eifel einen Wirtschaftlichen Aufschwung sowie eine bessere Infrastruktur versprechen sollte. Das 1.Eifelrennen 1922 in Nideggen wurde vom ADAC veranstaltet, bevor der Bau der Strecke beschlossen wurde. Die Rundstrecke um Nideggen war etwa 33 Kilometer lang und 134 Fahrer nahmen teil. Die Entscheidung, die Rennstrecke in die Eifel zu setzen wurde durch die Anzahl der Besucher beim 1.Eifelrennen gefördert. Denn 40.000 Zuschauer versprachen den Planern eine Erfolgreiche Durchführung der Zukünftigen Strecke in der Eifel. Otto Creutz, der Landrat des Kreises Adenau, wurde beauftragt, in Köln dem ADAC seinen Plan einer Rennstrecke an der Nürburg vorzustellen. Auf Wünschen von Creutz sollte ein gewisser „Landstraßencharakter“ in der Strecke entstehen. Der Bau wurde genehmigt und sollte um die Nürburg führen. 1925 war dann der erste Spatenstich, die Strecke sollte 28 Kilometer lang werden, mit einer Süd-, einer Nordschleife und einer Start-Zielstrecke. Als dann der Ring 1927 fertiggestellt wurde, kamen mehr als 85.000 Zuschauer zur Eröffnung der Rennstrecke. Den ersten Rennfahrern dort wurde klar, dass es wohl die längste und anspruchsvollste Rennstrecke der Welt ist. Seit 1927 konnte der Nürburgring, wie heute, von Privatleuten befahren werden. Endlich gab es die Möglichkeit für deutsche Automobilunternehmen, ihre Autos auf den Rennstrecken zu erproben. Auch erhob man die Rennstrecke als Nationalsymbol für Leistung und Fortschritt in Deutschland. In den ersten Jahren des Nürburgringes zieht es mehr als 500.000 Menschen an den Ring. Ab 1933 ändern sich die Verhältnisse der Rennstrecke, die Nazis kommen in Deutschland an die Macht und machen durch Propaganda die Rennstrecke zur Machtdemonstration von der Stärke der Automobilhersteller. Die Rennfahrer werden wie Nationalhelden gefeiert und kämpfen in Rennschlachten um die Deutsche Überlegenheit im Autosport. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es Ruhig um den Ring. 1945 beschädigten Amerikanische Panzer die Südschleife während Sie in Richtung Adenau fuhren. Pünktlich zum 20 Jährigen Geburtstages des Nürburgringes fand das Eifelrennen 1947 nun am Ring statt. Anfang der 50er Jahre zählte der Nürburgring wieder zu den wichtigesten Rennstrecken auf der Welt und die ersten Formel 1 Rennen wurden auf der Nordschleife abgehalten. Besonders Problematisch auf der Nordschleife ist das schnell wechselnde Eifelwetter. Im Jahr 1970 kam es von den Formel-1-Fahrern zu einem kurzfristigen Boykott wodurch der Große Preis von Deutschland vorübergehend auf den, mit Leitplanken ausgestattete, Hockenheimring. Ab 1970 wurde dann die Nordschleife für die Formel 1 Sicherere gemacht. Die ersten Leitplanken wurden angebracht um so die Sicherheit der Fahrer zu gewähren. Die Südschleife wurde dadurch immer mehr vernachlässigt. Diese war gar nicht erst am Umbau beteiligt, sodass sie für weitere Rennen immer uninteressanter wurde. 1976 fand dann nun das letzte Formel-1 Rennen auf der Nordschleife des Nürburgringes statt, dies wurde schon vor dem Rennen beschlossen. Das Rennen wurde dann durch Niki Laudas Unfall überschattet, sodass heute immer noch der Glaube besteht, dass sein Unfall der Grund sei, dass der Große Preis von Deutschland auf den Hockenheimring verlegt wurde. Nachdem erst die Formel-1 ging, so drohte nun auch andere internationale Serien abzuwandern. Es wurde der Bau einer neuen Grand Prix Strecke beschlossen, sodass der Nürburgring wieder an internationalen Serien teilnehmen konnte. Anfang des Baus der neuen Grand Prix Strecke wurde die Südschleife dem öffentlichen Verkehr freigegeben. Nach der Fertigstellung der Rennstrecke wurde am 1984 die Grand-Prix-Strecke mit einem Schaurennen eingeweiht. Bis auf zwei Umbauarbeiten (Mercedes-Arena, NGK-Schikane) hat sich seit dem nichts an dem Aussehen der Strecke geändert. 1985 veranstaltete der Konzertveranstalter Marek Lieberberg „Rock am Ring“ welches bis 2014, bis auf eine zweijährige Pause, jedes Jahr ausgetragen wurde. Berühmte Musiker kamen dadurch zum Nürburgring. Seitdem ist der Nürburgring nicht nur für Rennfahrer besonder, sondern auch für Musikfans. Mit 80.000 Menschen im Jahr einer der großen Highlights der Rennstrecke neben Autorennen. Bis auf 1984 und 1985 war der Große Preis weiterhin an den Hockenheimring vergeben, doch man trug mit den „Großer Preis von Europa“ nun auch wieder auf dem Nürburgring Rennen aus. 1997 und 1998 sogar unter dem „Großer Preis von Luxemburg“. Ab 2006 wurde dann von Bernie Ecclestone beschlossen, beide Rennstrecken ab 2007 im jährlichen Wechsel den „Großen Preis von Deutschland“ auszutragen. Wie Sie sehen hat der Nürburgring eine wirklich lange Geschichte hinter sich, von großen Erfolgen bis hin zu großen Desaster. Das macht den Nürburgring bei großen Rennsportfans zu einer Art Mekka des Rennsports. Einmal auf der Nordschleife zu fahren, ist eine wahre Ehre. Also machen Sie sich bereit auf den Ring, egal ob im Renntaxi, auf Renn-Events wie dem 24Stunden Rennen, selber ein echtes Formel-1 Rennauto fahren oder selber ein Rennwagen fahren. Diese Erlebnisse auf den Ring werden Ihnen noch lange in Erinnerung bleiben. Mehr zum Nürburgring erfahren Sie hier


Kommentar schreiben

Kommentare: 0